Der Prader Maschgertanz stellt Historiker vor ein Rätsel

Der Vinschgau ist ein Land der alten Bräuche. Feriengästen, die in der Karnevalszeit Urlaub bei uns im schönen Südtirol machen, empfehlen wir einen Ausflug nach Prad am Stilfersjoch. In der 3.300 Seelen Gemeinde, welche zum großen Teil im Nationalpark Stilfserjoch liegt – wird in der bunten Jahreszeit nämlich der traditionelle Maschgertanz aufgeführt. Die Ursprünge dieses alten Alpenbrauchs liegen im Dunkeln.

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Stumme Tänzer und derbe Figuren: Der Maschgertanz (02.-04.03.2014) ist uralt und faszinierend

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Wenn in Rio die Sambatänzerinnen durch die Straßen ziehen und in Köln laut „Alaaf!“ gerufen wird, tauchen in Prad am Stilfersjoch die Maschger auf. Es handelt sich um eine Gruppe von Maskenträgern, die von Gasthaus zu Gasthaus zieht, um dort ihren Tanz aufzuführen.

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Der Maschgertanz folgt einem alten Ritual. Der kariert kostümierte Bajaz führt die Gruppe an. Er trägt einen spitzen Hut und eine weiße Halskrause. Mit seinem Stab gibt er den Takt vor. Eine Ziehharmonika spielt auf. Acht Paare folgen dem Bajaz. Sie beginnen ihren Tanz.

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Die Maschger erzählen viele Geschichten, doch niemand spricht ein Wort. Bei dem Ritual könnte es sich also um einen Art Totentanz handeln. Das erste Duo trägt Hochzeitskleidung. Das Paar wird „Herr und Frau“ genannt, ihm folgen „Tuxner und Tuxnerin“. Das derbe Schlusspaar „Zoch und Pfott“ ist lediglich in alte Lumpen gehüllt. Vielleicht geht der Brauch auch auf eine Bauernhochzeit zurück. Die Historiker sind sich jedenfalls uneinig.

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Die Autofahrt vom Hotel Traube Post nach Prad am Stilfersjoch dauert etwa 30 Minuten lang. Zuerst fahren Sie auf der Staatsstraße (SS40) in Richtung Süden. Nach etwa 25 Kilometern folgen Sie der beschilderten Abzweigung nach Prad.

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