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Almabtrieb im Vinschgau – Tradition am Reschenpass

 

Jedes Jahr im Herbst, wenn der Almsommer sich dem Ende neigt, werden die geschmückten Viehherden von der Alm wieder zurück ins Tal geführt. Für die Bauern gehört diese traditionelle Veranstaltung zu den wichtigsten Tagen im Jahr. Auch die Dorfbewohner und alle Interessierten warten gespannt auf die heimkehrenden Tiere.

 

Italien, Südtirol, Vinschgau, Mals, Schliniger Tal, festlich geschmückte Kühe beim Almabtrieb

Bildquelle © mmphoto -stock.adobe.com

Der Reschner Almabtrieb 2016

Ursprünglich war der Gedanke des Almabtriebes, ein Dankesfest zu veranstalten, um mit Bauern, Senner und Hirten die gesunde Rückkehr der Tiere zu feiern. Die besten und stärksten Tiere tragen auch heute noch den auffälligsten Kopfschmuck und die Kühe dahinter tragen Kränze aus Tannenzweigen, Blumen und handgemachten Stickereien. Continue reading

Der märchenhafte Kirchturm im Reschensee: Stummer Zeitzeuge einer bewegenden Geschichte

 

Das wohl bekannteste Wahrzeichen des Vinschgau ist mit Sicherheit der historische Turm im Reschensee. Der einsam versunkene Turm ragt aus dem wunderschönen 6 km langen Reschensee, welcher von einer atemberaubenden Bergkulisse umrahmt wird. So romantisch das Postkartenmotiv auch sein mag, die Geschichte dahinter ist weit weniger bezaubernd.

Romantisches Kirchlein aus dem 14. Jahrhundert – der Kirchturm im Reschensee

 

Den Reschensee im Vinschgau gibt es in der heutigen Form seit 1950, csm_reschensee6_9e98c57df0vorher gab es am Reschenpass drei verschiedene Seen: Der Haidersee, der Mittersee und natürlich der Reschensee.  1947, zwei Jahre nach dem 2. Weltkrieg, wurde die Bevölkerung am Reschen vor vollendete Tatsachen gestellt. Der Großkonzern “Montecatini” wollte das Projekt einer verantwortungslosen See-Stauung starten, Ziel war es den Reschensee und Graunersee um 22 Meter zu stauen, um damit Strom erzeugen zu können.

Die Einwohner der betroffenen Ortschaften wurden zur Umsiedlung gezwungen und ihr Hab und Gut entrissen. Das komplette Dorf Graun und auch große Teile des Dorfes Reschen, wurden in den Fluten des Stausees versenkt. Etliche Häuser wurden zerstört und weite Flächen an fruchtbarem Boden überflutet.Die Bewohner mussten mit ansehen, wie ihre Häuser gesprengt und überflutet wurden.

Heute gibt es nur noch einen Zeitzeugen von der damaligen Zeit, der aus dem Reschensee ragenden historische Kirchturm vom versunkenen Alt-Graun. Lediglich der Kirchturm war unter Denkmalschutz, und wurde deshalb verschont und nicht gesprengt. Das obere Ende des Kirchturms ist heute noch mehr oder weniger, je nach Wasserstand, sichtbar.

Zahlreiche mystische Erzählungen handeln von der Überflutung und dem romantischen Kirchturm. Laut dem Volksmund sind heute noch manchmal die Glocken zu hören, die aus den Tiefen des Reschensees zu hören sind.

 

Heute ist der Turm im Reschensee ein Publikumsmagnet und bildet ein faszinierendes Ausflugsziel für alle, die im Vinschgau im Hotel Traube Post am Reschen ihren Urlaub verbringen. Lassen Sie sich von der Magie des Reschensee verzaubern.

 

 

Zelten – traditionelle Südtiroler Weihnachtssüßspeise

Kein Lebensmittel ist so fundamental wie das Brot. Jede Kultur hat eigene Rezepte, seinen eigenen Stil und seine eigene Art das Brot zu verzehren. Auch noch in der heutigen Zeit, wo man überall und zu jeder Zeit das Lebensmittel Brot erhält, ist es kaum für einen Menschen wegzudenken. Aber das war nicht immer so: Um die Jahrhundertwende war Südtirol eine arme Region. Die Bauern führten ein schlichtes Leben – sie bewirtschafteten kargen Boden und hielten ein paar Kühe auf dem Hof. Man versuchte durch den Handel über die zahlreichen Pässe etwas Geld dazuzuverdienen. Reich waren nur die Kaufleute. Die Bauern waren froh, mal Brot auf den Tisch zu haben. Zu Weihnachten gönnte man sich den Luxus und versüßte das Brot mit getrockneten Birnen. Die Bauern nannten das Brot “Zelten”. Als im Laufe der Zeit der Wohlstand anstieg und zunehmend Produkte aus dem Ausland importiert wurden, konnte man dem Teig nun auch Rosinen, Aprikosen, Datteln, Feigen und anderes Trockenobst hinzufügen. Auch heute noch ist es zu Weihnachten Brauch, Zelten zu backen. Es gibt zahlreiche Rezepte und jede Bäckerfamilie hütet sein Rezept wie den eigenen Augapfel. Trotzdem möchten wir Ihnen hiermit ein Grundrezept zeigen und wünschen Ihnen bei der Zubereitung viel Erfolg.

 

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Almabtrieb im Vinschgau

KuhSeit jeher ist der Almabtrieb in Südtirol ein wichtiges Ereignis und ein Wendepunkt im Bauernjahr. Der Herbst steht vor der Tür und das Vieh wird von den Almen, darunter Kühe und Schafe, zurück in das Tal getrieben und wieder in den Stall gebracht. Zur Feier des Tages werden beim Almabtrieb die Kühe aufwändig mit bunten Kränzen geschmückt. Dadurch wird die Dankbarkeit zum Ausdruck gebacht, dass das Vieh unbeschadet von der Sommerfrische zurückgekehrt ist. Bei der sogenannten „Schafschoad“ (Schafscheiden) werden die Tiere von der Großherde getrennt und die Schafe dem jeweiligen Besitzer zurückgegeben. Die beliebtesten und schönsten  Almabtriebe im Vinschgau finden im Obervinschgau, in Langtaufers, Trafoi sowie im Martelltal statt. Jahr für Jahr sind die Almabtriebe ein beliebtes Ereginis bei Gästen und Einheimischen gleichermaßen und werden von kulinarisch-musikalischen Festen begleitet. Typisch regionale Produkte wie Käse, Milch und andere bäuerliche Köstlichkeiten können bei den Südtiroler Almabtrieben verkostet werden.

 

Die Termine für die Almabtriebe im Vinschgau 2015

  • am 25. Juli: Morterer Almfest
  • am 9. August: Tarscher Almfest
  • am 23. August: Reschner Almfest
  • am 30. August Almfest auf der Haideralm
  • am 5. September: „Schafschoad“ in Langtaufers
  • am 5. September Almabtrieb in Tarsch
  • am 6. September: Almabtrieb in Laatsch bei Mals
  • am 6. September: Marteller Almabtrieb
  • am 11. September: Almabtrieb in Melag in Langtaufers
  • am 12. September: Almabtrieb in Schlinig bei Mals
  • am 12. September: Almabtrieb in Prad am Stilfserjoch
  • am 13. September: Almabtrieb in Planeil
  • am 13. September: Almabtrieb in Schluderns
  • am 13. September: Almabtrieb in Reschen
  • am 13. September Schafzusammentrieb auf der unteren Tartscher Alm in Trafoi
  • am 13. September: Almabtrieb Brugger und Oberdörfer Alm
  • am 15. September: Schafabtrieb in Kortsch
  • am 19. September: Schafabtrieb auf dem Lausboden in Stilfs
  • am 20. September: Schafabtrieb in Sulden
  • am 4. Oktober Schafzusammentrieb auf der unteren Tartscher Alm in Trafoi

Wenn Sie einen Almabtrieb im Vinschgau miterleben möchten, dann können wir Ihnen gerne hierzu weitere Infos mitteilen! Wir freuen uns auf Ihre Anfrage!

 

Bild: Optimaclicks ltd.

 

Der Herz-Jesu-Sonntag – ein traditionsreiches Fest

Am Herz-Jesu-Sonntag, der heuer auf den 14. Juni fällt, werden jedes Jahr auf den  Berggipfeln quer durch Südtirol und vor allem im Vinschgau hunderte Feuer in verschiedensten Formen und Größen gezündet. Dieses spektakuläre Ereignis wird hierzulande seit 1796 gefeiert und ist immer wieder sehenswertes Schauspiel am nächtlichen Sommerhimmel.

 

Historischer Hintergrund zum Herz-Jesu-Feuer

Das Entzünden des Bergfeuers geht auf vorchristliche Zeiten zurück: Damals zündeten die Menschen zur Feier der Sommersonnenwende im Juni rituelle Feuer an. Das Herz-Jesu-Fest, das immer am 3. Sonntag nach Pfingsten stattfindet, fällt ebenso auf Mitte bis Ende Juni, wodurch die Bergfeuer zur Sonnenwende und das Herz-Jesu-Fest allmählich zu einem Fest wurden.
Das Jahr 1796 hat für Südtirol vor allem eine politisch-historische Bedeutung. In diesem Jahr wurde Tirol vom Krieg gegen die Franzosen regelrecht überrollt und die Bewohner hatten kaum Gelegenheit, sich darauf vorzubereiten. An einer Tagung der Tiroler „Landsstänge“, bei denen alle damaligen Volksschichten vertreten waren, beschlossen jene Vertreter des Volkes, das Land Tirol dem Herzen Jesu zu widmen und hofften somit auf den Beistand Gottes in dieser schweren Zeit. Als dann kurze Zeit später die Tiroler überraschend siegten, wurde dies natürlich göttlichem Zutun zugesprochen und so wurde der Herz-Jesu-Sonntag zu einem kirchlichen Feiertag in Tirol.
Ende des 19. Jahrhunderts wurden dann die ersten Bergfeuer in diesem Zusammenhang entzündet und lodern seither jedes Jahr in immer neuen Formen, wie etwa Herzen, Kreuzen, Schriftzügen oder Zeichen Jesu Christi.

 

Auch Sie möchten dieses einmalige Schauspiel an Sommerbeginn miterleben? Dann fragen Sie gleich an – wir vom Hotel Traube Post in Graun freuen uns auf Ihre Anfrage!