Weihnachtspappalan - Traube Post

Zelten – traditionelle Südtiroler Weihnachtssüßspeise

Kein Lebensmittel ist so fundamental wie das Brot. Jede Kultur hat eigene Rezepte, seinen eigenen Stil und seine eigene Art das Brot zu verzehren. Auch noch in der heutigen Zeit, wo man überall und zu jeder Zeit das Lebensmittel Brot erhält, ist es kaum für einen Menschen wegzudenken. Aber das war nicht immer so: Um die Jahrhundertwende war Südtirol eine arme Region. Die Bauern führten ein schlichtes Leben – sie bewirtschafteten kargen Boden und hielten ein paar Kühe auf dem Hof. Man versuchte durch den Handel über die zahlreichen Pässe etwas Geld dazuzuverdienen. Reich waren nur die Kaufleute. Die Bauern waren froh, mal Brot auf den Tisch zu haben. Zu Weihnachten gönnte man sich den Luxus und versüßte das Brot mit getrockneten Birnen. Die Bauern nannten das Brot “Zelten”. Als im Laufe der Zeit der Wohlstand anstieg und zunehmend Produkte aus dem Ausland importiert wurden, konnte man dem Teig nun auch Rosinen, Aprikosen, Datteln, Feigen und anderes Trockenobst hinzufügen. Auch heute noch ist es zu Weihnachten Brauch, Zelten zu backen. Es gibt zahlreiche Rezepte und jede Bäckerfamilie hütet sein Rezept wie den eigenen Augapfel. Trotzdem möchten wir Ihnen hiermit ein Grundrezept zeigen und wünschen Ihnen bei der Zubereitung viel Erfolg.

 

Zubereitung für ca. 7 Zelten:

  • 250 g Dörräpfel  oder  Dörrbirnen
  • 500 g Rosinen
  • 500 g Feigen
  • 350 g Haselnüsse
  • 350 g Nüsse
  • 250 g Mandeln
  • 350 g Weinbeeren
  • 70 g Zitronat
  • 70 g Arancini
  • etwas Koriander, Kümmel und Anis
  • 1 Löffel Zimt, knapp einen Teelöffel Nelkenpulver
  • 1/8 l Rum
  • Saft und Schale von 2 Orangen und Zitronen
  • etwas Salz
  • 500 g Roggenbrotteig vom Bäcker
ZUBEREITUNG:

Als erstes müssen Sie das Dörrobst entkernen. Anschließend wird das Dörrobst und die Feigen in dünne Scheiben geschnitten. Nun können Sie alle übrigen Zutaten zusammen mit den Gewürzen in eine Schüssel geben. Lassen Sie die Schüssel über Nacht zugedeckt stehen.

 

Am nächsten Tag teilen Sie den gekauften Brotteil (man könnte auch diesen selbst herstellen) in kleine Brötchen und kneten diese gleichmäßig unter die Fruchtmasse. Anschließend können Sie aus dem daraus entstandenen Teig runde oder längliche Zelten formen. Je nach Belieben können Sie den Zelten mit Mandeln oder Nüssen verzieren. Geben Sie die nun den geformten Teig auf ein Backblech und lassen Sie den Teig nochmals 20 Minuten gehen.

 

Heizen Sie den Backofen auf 160 Grad vor. Nach der 20 minütigen Ruhepause des Teiges können Sie die Backbleche in den Ofen schieben. Die Backdauer beträgt in etwa 1 Stunde. Dabei sollten Sie die Zelten immer wieder mit Honig oder mit Zuckerwasser bestreichen, damit sie eine schöne braune Farbe erhalten. Nach dem Backen lösen Sie die Zelten schnell vom Backpapier und lassen Sie den Teig auskühlen. Danach können Sie die Zelten noch mit kandierten Früchten verzieren. Zur Aufbewahrung wickeln Sie die Zelten am Besten in Zellophanpapier. Noch ein wichtiger Hinweis: Backen Sie die Zelten mindestens drei Wochen vor Weihnachten, da der Zelten mit zunehmender Zeit immer besser im Geschmack wird.

 

Haben Sie nun auch Lust bekommen einen Zelten zu probieren? Buchen Sie einen Winterurlaub bei uns in Südtirol, besuchen Sie die zahlreichen Weihnachtsmärkte und probieren Sie die traditionelle Südtiroler Süßspeise.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *